Kooperationsprojekte

Leibniz-WissenschaftsCampus Eastern Europe - Global Area (EEGA)

The Science Campus EEGA is established to work for the years 2016 - 2020. It is committed to developing new research perspectives on Eastern Europe, engaging in knowledge exchange activities on the region with stakeholders, and promoting young researchers. It follows the idea that the multi-disciplinary and multi-faceted examination of processes of globalisation are a key for a better understanding of actual societal developments.

To achieve its main aims, the EEGA concentrates on four main areas of activity:

1. Communication with Public and Multiplicators
2. Formation of the Scientific Field
3. Teaching and Young Talents
4. PostDoc Support

Accordingly the EEGA's measures are conceptualized. They are focussing on the key aspects of exchange, expression, school, advise, infrastructure, perspectives, connections, enrichment, innovation, interaction, future and excellence.

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Einzelprojekte

Wege der Rechtsfindung in ethnisch-religiös gemischten Gemeinschaften. Erfahrungsressourcen in Polen-Litauen und seinen Nachfolgestaaten

Emmy-Noether-Gruppe (DFG)
Verantwortlich: Yvonne Kleinmann

Wie setzen ethnisch-religiös gemischte Gesellschaften die Gegebenheit kultureller Heterogenität in spezifische Formen des Rechts, der Interaktion und der Herrschaft um? Dieser Frage geht die Emmy-Noether-Gruppe am Beispiel Polen-Litauens und seiner Nachfolgestaaten im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach. Sie untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Religion und Recht unter wechselnden Herrschaftsbedingungen.
Mit Methoden der Rechtsanthropologie analysiert sie in drei diachron angelegten Fallstudien die Kommunikation unter den verschiedenen Religionsgemeinschaften. Besonderes Augenmerk gilt den Spielarten religiöser Koexistenz und dem Phänomen rechtlich-administrativer Autonomie. Rechtspraxis wird aufgefasst als ein Prozess des situativen Aushandelns hinsichtlich der Gültigkeit konkurrierender Rechtsnormen.

religion-and-law-in-east-central-europe.de


Religiöse Heterogenität im Spiegel des Rechts. Theorie und Praxis einer städtischen Verfassung im frühneuzeitlichen Polen

Prof. Dr. Yvonne Kleinmann

Religiöse Heterogenität wird - ob in aktuellen politischen Debatten oder in der historischen Forschung - tendenziell als Problemkonstellation betrachtet und auf ihre Konflikt- und Gewaltträchtigkeit hin untersucht. Die Aufmerksamkeit richtet sich in der Regel auf ideologische Differenzen und unvereinbare Wertesysteme. Das hier skizzierte Projekt basiert auf einem anderen, pragmatischen Zugang: Es fragt nach dem Potential von Recht, die Koexistenz unterschiedlicher religiöser Praktiken zu sichern und soziale Beziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Religions- und Konfessionsgemeinschaften jenseits des rituellen Lebens funktional zu gestalten. Aus dieser Perspektive ist Konflikt eine temporäre und reparable Dysfunktionalität eines sozialen Systems. Die Untersuchung beruht auf einem breiten und im Plural gedachten Verständnis von Recht: Unspektakuläre zivilrechtliche Kommunikation interessiert ebenso wie strafrechtliche Auseinandersetzung, gelehrte Rechtsvorstellungen ebenso wie jene von Laien, Rechtsnorm ebenso wie Rechtspraxis und -ritual. Im Mittelpunkt stehen die Prozesshaftigkeit und die Aushandlung von Recht, die Wege der Rechtsfindung.

Untersuchungsraum ist das föderal organisierte frühneuzeitliche Polen-Litauen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Potential einer lokalen Rechtsordnung, unterschiedliche religiöse Zugehörigkeiten - konkret katholische, jüdische und protestantische - politisch zu integrieren. Wie wurden Rechtssphären voneinander abgegrenzt, untergeordnete Herrschaftsträger etabliert, informelle Rechtspraktiken entwickelt, punktuell oder auch permanent einsetzbare Rechtsinstrumente konzipiert? Die Untersuchung konzentriert sich auf das Latifundium Rzeszów, insbesondere ihr Verwaltungszentrum, die Stadt Rzeszów, gelegen auf halbem Wege zwischen Krakau und Lemberg in der Übergangszone von polnisch- zu ruthenischsprachigen Gebieten im östlichen Kleinpolen und westlichen Ruthenien.

Die Relevanz der lokalen Perspektive leitet sich aus der spezifischen Herrschaftsstruktur Polen-Litauens ab. In stärkerem Maße als die benachbarten Staaten war die Staatenunion geprägt von der Aneignung politischer Macht durch Stände, Korporationen und Religionsgemeinschaften, die über Teilrechtsordnungen und unterschiedlich stark ausgeprägte Autonomien verfügten, aber ungeachtet dessen durch Ämter und Steuern in Beziehung zur Krone und zum Gesamtstaat standen. Mit dem Schwinden des königlichen Einflusses auf Gütern des Adels seit dem 16. Jahrhundert hing der Rechtsstatus von Nichtkatholiken außerhalb des Adelsstandes zunehmend von regionalen und lokalen Autoritäten ab. Ähnliches galt für die Regelung der rechtlichen, sozialen und ökonomischen Beziehungen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften. Weder die Koexistenzregelungen für den Adel noch die königlichen Privilegien für die jüdische Bevölkerung waren für Latifundien wie Rzeszów relevant. Daher avancierte die adlige Grundherrschaft, insbesondere ihre städtischen Zentren, zu einer dritten Arena, in der verschiedene rechtstiftende Personen und Institutionen Grundregeln religiöser Koexistenz aushandelten. Der Typus der kleinen und mittleren Stadt wurde so zu einem wichtigen Impulsgeber in der Religionspolitik.

Das Projekt geht den aufgeworfenen Fragen in Form einer kontextualisierten Mikrostudie nach. Es gibt zunächst einen Überblick über die Wechselbeziehungen zwischen Recht und Religion im frühneuzeitlichen Polen-Litauen, um sich dann dem Latifundium Rzeszów zuzuwenden. Dessen Entstehungsgeschichte, Bevölkerungsstruktur, Herrschafts- und Wirtschaftssystem werden lediglich skizziert. Eine Analyse der juristischen Ressourcen in der Religionspolitik führt zum Kern der Untersuchung, sieben Mikrostudien zu den zentralen Themen der trans- und interreligiösen Kommunikation in Rzeszów. Deren Gegenstand sind: das Herstellen von Verbindlichkeit, Sicherheit und Solidarität, Hierarchien und Respekt, sozioökonomische Abgrenzung und Verflechtung, Sitten und Moral, christliche und jüdische Frömmigkeit sowie religiöser Dissens. Zusammenfassend wird in regional vergleichender Perspektive das Potential einer städtischen Verfassung in der Integrierung religiöser Heterogenität abgewogen.


Europäische und globale Zusammenhänge der Vergangenheitsaufarbeitung in Polen (20./21. Jh.)

Paulina Gulińska-Jurgiel

Das Forschungsprojekt untersucht Kontinuitäten und Brüche; Überschneidungen und Transfers von Wissen und Erfahrung der polnischen Vergangenheitsaufarbeitung auf europäischer und globaler Ebene. In einer Langzeitperspektive (20.-21. Jh.) wird sowohl die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen nach 1945 als auch die Auseinandersetzung mit dem diktatorischen Erbe des Kommunismus nach 1989 in Polen  unter die Lupe genommen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der diskursiven wie justiziellen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der beiden Diktaturen. Dabei nimmt das Forschungsprojekt zwei interdisziplinäre methodische Ansätze auf: Mit Hilfe von Methoden der Transitional Justice-Forschung werden die straf- wie zivilrechtlichen Wege im Umgang mit diktatorischem Unrecht in der Zeit politischer Transformationen kritisch beleuchtet. Durch das kulturwissenschaftliche Übersetzungsparadigma können Prozesse der Vermittlung, Aneignung und praktischer Anwendung ausländischer vergangenheitspolitischer Konzepte und Praktiken in Polen besser verfolgt werden.
Der empirische Zugang des Forschungsprojektes ist von einem akteurs- und institutionszentrierten Ansatz geprägt. Für die Zeit 1945-1989 konzentriert sich die Analyse auf die Hauptkommission zur Erforschung der deutschen/Hitlerverbrechen (Główna Komisja Badania Zbrodni Niemieckich/Hitlerowskich) und deren Zusammenarbeit mit ausländischen Institutionen. Für den Zeitraum nach 1989 wird sowohl das US-amerikanische Project Justice in Times of Transition als auch sog. europäische Aufarbeitungsnetzwerke der 2000er Jahre berücksichtigt, um globale und kontinentale Dimensionen der polnischen Vergangenheitsaufarbeitung zu berücksichtigen. Damit richtet das Forschungsprojekt besondere Aufmerksamkeit auf die multiplen Narrationen zur eigenen diktatorischen Vergangenheit sowie auf internationale Verflechtungen, die in dem durch politische Selbstzuschreibung und das nationale Paradigma geprägten öffentlichen Diskurs oft unterbelichtet bleiben.


Vertreter einer ethnischen Minderheit oder engagierte Bürger? Juden in den Stadtparlamenten der Zweiten Polnischen Republik (Krakau, Posen und Warschau).

Forschungsprojekt, gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung.

Hanna Kozińska-Witt

Das Forschungsprojekt untersucht das Wirken jüdischer Stadtverordneter in den Stadtparlamenten dreier Großstädte in der Zweiten Polnischen Republik (1918-1939). Ausgehend von der Beobachtung, dass sich jüdische Politiker in der Zwischenkriegszeit rege an der territorialen Selbstverwaltung beteiligten, wird nach Voraussetzungen, Motivationen, Modi und Grenzen dieser Beteiligung gefragt.

Zunächst soll der rechtliche Rahmen dieser Partizipation geklärt werden. Eine große Rolle wird dabei den rechtlichen und gewohnheitsrechtlichen Regelungen aus der Zeit der Teilungen beigemessen, die in der Zweiten Polnischen Republik nachwirkten und sich in den einzelnen Kommunen unterschiedlich darstellten. Weiterhin soll untersucht werden, wie sich die Sozialstruktur und politische Orientierung der jüdischen Stadtverordneten sowie ihre Arbeitsschwerpunkte unter dem Vorzeichen von Demokratisierung entwickelten. Mit Blick auf die Zeit nach der Vereinheitlichung des Verwaltungsrechts im Jahre 1933 wird die Einwirkung von Interventionismus und Wirtschaftsnationalismus auf kommunaler Ebene analysiert und deren Folgen für die Arbeit der jüdischen Vertreter herausgearbeitet.


Ringelblums Nachlasswalter. Das Jüdische Historische Institut in Warschau und die Wahrnehmung des Holocaust 1947–1989.

Stephan Stach

Das Jüdische Historische Institut (Żydowski Instytut Historyczny - ŻIH) war das einzige Holocaustforschungs- und Dokumentationszentrum in Polen, das von der Etablierung der kommunistischen Herrschaft bis zu ihrem Fall im Jahre 1989 tätig war. Es entstand 1947 aus der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission in Polen und existiert bis heute. Als Aufbewahrungsort des von Emanuel Ringelblum geschaffenen Untergrundarchivs des Warschauer Ghettos - und zahlreicher weiterer bedeutender Quellen zur Geschichte der Juden und des Holocaust - sowie als Forschungseinrichtung, die sich dezidiert der Aufgabe verschrieben hatte, die Ermordung der Juden Polens und Europas vor allem aus der Perspektive der Opfer zu dokumentieren und zu erforschen, wurde das ŻIH in doppelter Hinsicht zum Nachlasswalter Emanuel Ringelblums.

Am Beispiel des Jüdischen Historischen Instituts, einer wissenschaftlichen aber ebenso dezidiert jüdischen Institution, sollen in dem Forschungsprojekt drei Themenkomplexe untersucht werden: Zunächst analysiert die in einem weitgefassten Sinne institutionsgeschichtlich angelegte Studie am Gegenstand des ŻIH die Entwicklung der polnisch-jüdischen Beziehungen in der Volksrepublik Polen. Auf einer zweiten Ebene sollen ausgehend vom ŻIH die Entstehung und Entwicklung der Holocaustforschung in der Volksrepublik Polen in ihren transnationalen Bezügen untersucht werden. Der dritte Themenkomplex behandelt schließlich die Frage, wie das ŻIH mit seinen Publikationen über die Geschichte des Holocaust, seinen Ausstellungen im hauseigenen Museum und anderswo popularisierte sowie durch die Einbindung in die staatliche Gedenkstättenarbeit und Organisation öffentlicher Gedenkfeiern die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Polen und darüber hinaus beeinflusste.

 


"Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa", 2. Förderphase: Zirkulation und Kommunikation; Teilprojekt "Raumvorstellungen - Handlungsräume: Grenzregionen Polens im 20. Jahrhundert"

PD Dr. Kai Struve
(BMBF-Projekt)

In der zweiten Förderphase des Verbundprojekts "Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa" behandelt das am Aleksander-Brückner-Zentrum angesiedelte Teilprojekt die Fragestellung nach der Bedeutung von Phantomgrenzen anhand von drei Vorhaben, einer Fallstudie und zwei Tagungen.

1. In Anknüpfung an die in der ersten Förderphase bearbeitete Fallstudie zur Herausbildung Oberschlesiens als Region in der Zeit des deutschen Kaiserreichs und in der Zwischenkriegszeit behandelt die Fallstudie der zweiten Förderphase Oberschlesien in der Zeit der Volksrepublik Polen und fragt danach, wie Vorstellungen über die Region und ihre Bewohner die Stellung Oberschlesiens in der Volksrepublik beeinflussten. Ein wesentlicher Zug der oberschlesischen Selbstwahrnehmung, aber auch der Sicht Oberschlesiens in aktuellen geschichts- und sozialwissenschaftlichen Forschungsarbeiten besteht darin, dass es sich um eine in verschiedener Hinsicht benachteiligte Region handelte und handelt. Gerade für die Zeit der Volksrepublik ist eine solches Bild jedoch mit zahlreichen Ambivalenzen konfrontiert. So war die auf die oberschlesische Schwerindustrie gestützte regionale Parteiorganisation nicht nur ein wichtiger gesamtstaatlicher Machtfaktor, sondern dadurch, dass in kommunistischer Zeit Arbeiter und Bauern in den Mittelpunkt kollektiver Identitätsentwürfe rückten, eröffneten sich für die oberschlesischen Akteure auch neue Möglichkeiten, die Region in prominenter Weise in Narrativen polnischer Geschichte und Repräsentationen polnischer Identität zu verorten. Zur Fallstudie der 2. Förderphase wurden bisher Literatur- und Quellenstudien vorgenommen, deren Ergebnisse in Aufsätzen veröffentlicht werden sollen.

2. In einer Tagung unter dem Titel Vergangene Räume - Neue Ordnungen. Das Erbe der multinationalen Reiche und die Staatsbildung im östlichen Europa 1917-1923, die gemeinsam mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien an der Universität Frankfurt/Oder vorbereitet wurde und am 14. und 15. Oktober 2015 in Frankfurt/Oder stattfand, wurde der Frage nachgegangen, in welchem Zusammenhang bei der staatlichen Neuordnung nach dem Ersten Weltkrieg territoriale und gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen standen, welche nationalen, internationalen, aber auch regionalen und lokalen Akteure an den Auseinandersetzungen darüber beteiligt waren und welchen Anteil sie jeweils an den Ergebnissen hatten. Zu den diskutierten Fragen gehörte darüber hinaus, welche Bedeutung den Erfahrungen aus den Imperien zukam und welche älteren Raumordnungen in den Entwürfen neuer Ordnungen eine Rolle spielten.

3. Eine weitere Tagung mit dem Titel Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte: Die osteuropäischen Diasporen im Kalten Krieg, die gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Südosteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin für den 24. und 25. November 2016 vorbereitet wird, soll das Verhältnis von Erfahrungs-, Handlungs- und imaginierten Räumen am Beispiel unterschiedlicher osteuropäischer Diasporen im Westen nach 1945 behandeln. Dafür soll nach der Bedeutung früherer Erfahrungen, aktueller politischer Konstellationen und zukünftiger Erwartungen für die Heimatterritorien als Determinanten politischen Handelns in den westlichen Staaten nach 1945 gefragt werden.


Stadtpolitiken zur Zeit der sächsisch-polnischen Union. Das Beispiel der großpolnischen Städte Wschowa/Fraustadt und Leszno/Lissa

Karsten Holste

Die Geschichte polnischer Städte während der Sachsenzeit (1697-1763) ist lange Zeit als Geschichte eines Niedergangs geschrieben worden. Den Fokus bildeten dabei die starke wirtschaftliche und politische Position der Städte im ausgehenden Mittelalter und die als gegenüber dem westlichen Europa als defizitär empfundene Entwicklung im 19. Jahrhundert. In wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Hinsicht schien die Stadtgeschichte damit die politikgeschichtliche These eines Scheiterns der sächsisch-polnischen Personalunion zu bestätigen. In stadtgeschichtlichen Forschungen der letzten Jahrzehnte ist allerdings das Kontinuitätsnarrativ von der mittelalterlichen zur modernen Stadt grundsätzlich infrage gestellt worden. Galten die frühneuzeitlichen Zustände im Vergleich zum 19. Jahrhundert lange vor allem als defizitär, geraten heute verstärkt die innovativen Strategien im Umgang mit Krisenerscheinungen in den Fokus.

Ziel des Projektes ist es zunächst, am Beispiel der königlichen Stadt Wschowa und der Privatstadt Leszno mikrogeschichtlich gestützte Aussagen über die Wahrnehmung von Stagnation und Wandel in städtischen Gesellschaften Großpolens in der Zeit der sächsisch polnischen Union zu ermöglichen. Im Hinblick auf die Historiographie zur Sachsenzeit zielt das Projekt auch auf Einblicke in die Auswirkungen der Union auf die Politikformen sowohl gegenüber als auch innerhalb der Städte. Letztlich soll am Beispiel der Politiken in und gegenüber großpolnischen Städten nach dem Wechselverhältnis von Rhetorik und sozial-religiöser Ordnung gefragt werden. Im weiteren Sinne versteht sich das Projekt damit als ein Beitrag zum besseren Verständnis der Strategien unterschiedlicher Akteure im Umgang mit Krisensituationen und Entwicklungsperspektiven.


Warschau als Industriemetropole des Russländischen Reiches um 1900: Figurationen der Nationalitäten und Konfessionen in der lokalen Ökonomie und den urbanen Lebenswelten

Dr. Keya Thakur-Smolarek

Das Forschungsprojekt "Warschau als Industriemetropole des Russländischen Reiches um 1900: Figurationen der Nationalitäten und Konfessionen in der lokalen Ökonomie und den urbanen Lebenswelten", befasst sich mit den vielgestaltigen Interaktionen zwischen den Nationalitäten und Konfessionen in den wirtschaftlichen Transaktionen, urbanen Lebenswelten und Organisationen in Warschau. Es will die Verflechtungen und den Wandel der Figurationen dieser Gruppen im Kontext des beschleunigten urbanen und ökonomischen Wandels erforschen. Zugleich werden Konfession und Nationalität als Aspekte komplexer kollektiver Identitäten, die Individuen und Organisationen eigen sind, aufgefasst, sodass sich das spezielle Augenmerk auf Handlungsfelder richtet, in denen Konfession und Nationalität ausgeblendet wurden und sich andere Identitäten und Rollen manifestierten.