Yvonne Kleinmann

Prof. Dr. Yvonne Kleinmann

Aleksander-Brückner-Professur für Osteuropäische Geschichte

Institut für Geschichte
Martin-Luther-Universität Halle/ Wittenberg
Emil-Abderhalden-Str. 26-27
Raum 1.61.0
D-06108 Halle (Saale)

E-Mail: yvonne.kleinmann(at)geschichte.uni-halle(dot)de
Tel.: +49 (0) 345-55-24309/24281


Wissenschaftlicher Werdegang

Yvonne Kleinmann studierte 1989–1996 Osteuropäische Geschichte, Slavistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an den Universitäten Köln, Mainz und Paris/Sorbonne. 1996–2000 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Mainz. 2000–2001 beteiligte sie sich an Objektrecherche und Konzept der Dauerausstellung für das Jüdische Museum Berlin. Als Postdoc arbeitete sie 2002 – 2006 am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur und lehrte an der Universität Leipzig. Ihre Promotion zum Thema »Neue Orte – neue Menschen. Jüdische Lebensformen in St. Petersburg und Moskau im 19. Jahrhundert« schloss sie 2003 an der Universität zu Köln ab. 2006 – 2007 verbrachte sie als Yad Hanadiv Fellow an der Hebräischen Universität Jerusalem. Nach ihrer Rückkehr war sie Gastwissenschaftlerin und Projektkoordinatorin am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO), Leipzig. 2008–2013 leitete sie die Emmy Noether-Nachwuchsforschungsgruppe »Wege der Rechtsfindung in ethnisch-religiös gemischten Gesellschaften. Erfahrungsressourcen in Polen-Litauen und seinen Nachfolgestaaten« (DFG) am Institut für Slavistik der Universität Leipzig. Seit 2014 ist sie Professorin für Osteuropäische Geschichte und Leiterin des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien an der Universität Halle.

Aktuelle Forschungsprojekte

Getrennt gemeinsam. Religiöse Heterogenität und Recht in einer städtischen Verfassung des frühneuzeitlichen Polen

Wege der Rechtsfindung in ethnisch-religiös gemischten Gesellschaften. Erfahrungsressourcen in Polen-Litauen und seinen Nachfolgestaaten

Forschungsschwerpunkte

  • Polen-Litauen in der frühen Neuzeit
  • Geschichte des Russländischen Reiches und Imperienvergleich
  • Jüdische Lebenswelten im östlichen Europa
  • Stadtgeschichte
  • Migration in Theorie und Empirie
  • Religiöse Heterogenität und politische Herrschaft
  • Rechtsgeschichte, -soziologie und -ethnologie

Ausgewählte Publikationen

2015: (hrsg. mit Jürgen Heyde, Karsten Holste, Dietlind Hüchtker, Katrin Steffen) Dekonstruieren und doch erzählen. Debatten um Polen und Polentum in Geschichte und Gegenwart. Göttingen.

2015: (hrsg. mit Achim Rabus) Aleksander Brückner revisited. Debatten um Polen und Polentum in Geschichte und Gegenwart. Göttingen.

2015: Reden oder Schweigen über religiöse Differenz? Kommunikationsfelder eines städtischen Gemeinwesens im frühneuzeitlichen Polen. In: Eric Piltz, Gerd Schwerhoff (Hg.): Gottlosigkeit und Eigensinn. Religiöse Devianz im konfessionellen Zeitalter. Berlin, S. 353-385.

2014: Political Rule facing Religious Heterogeneity. Rzeszów as a Case Study into the Legal Status of Christians and Jews. In: Daniel Blatman (Hg.): Conflicting Histories and Coexistence: New Perspectives on the Polish-Jewish Encounter. Jerusalem (hebr.), S. 25-45.

2013: (hrsg. mit Dietlind Hüchtker und Martina Thomsen) Reden und Schweigen über religiöse Differenz. Tolerieren in epochenübergreifender Perspektive. Göttingen.

2012: Städtische Gemeinschaft. Christen und Juden im frühneuzeitlichen Rzeszów. In: Osteuropa 62, 10, S. 3-24.

2010: (Hrsg.) Kommunikation durch symbolische Akte. Religiöse Heterogenität und politische Herrschaft in Polen-Litauen. Stuttgart.

2009: Wissenschaft imperial – Wissenschaft national. Entwurf einer Geschichte der Ethnographie im Russländischen Reich. In: Guido Hausmann, Angela Rustemeyer (Hg.): Imperienvergleich. Beispiele und Ansätze aus osteuropäischer Perspektive. Berlin, S. 77-103.

2009: Jüdische Eliten, polnische Traditionen, westliche Modelle und russische Herrschaft. Kulminationen in den Jahren 1804, 1844, 1869 und 1881. In: Karsten Holste, Dietlind Hüchtker, Michael G. Müller (Hg.): Aufsteigen und Obenbleiben in europäischen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts. Akteure – Arenen – Aushandlungsprozesse. Berlin, S. 193-222.

2007: Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten, 1840–1900. Innovative Entwürfe und beharrliche Traditionen. In: Aschkenas 17, 1, S. 55-74.

2006: Neue Orte – neue Menschen. Jüdische Lebensformen in St. Petersburg und Moskau im 19. Jahrhundert. Göttingen.

2004: Von der russischen Akademie zur »jüdischen Kunst« – Laufbahnen jüdischer Künstler vor dem politischen und soziokulturellen Hintergrund des späten Zarenreichs und der frühen Sowjetunion. In: Kunstmuseum Ahlen (Hg.): Auf den Spuren Marc Chagalls – Jüdische Künstler aus Russland und Polen mit ihrem Beitrag zur frühen Moderne (1910 bis 1925). Ahlen, S. 154-163, 211-212.

Mitherausgeberin der Zeitschrift Werkstatt Geschichte (seit 2006)