Interdisziplinäre Polenstudien – Aus der Sicht einer Studierenden in Halle

Hallo und Cześć,

ich heiße Laura und studiere seit dem Wintersemester 2017/18 in Halle im Master die "Interdisziplinären Polenstudien". Im Folgenden möchte ich gerne darüber berichten, was mich zur Wahl dieses Studiengangs bewegt hat, und einige Eindrücke aus meinen nun eineinhalb Semestern in Halle schildern.

Zunächst zu mir - ich komme aus Münster, habe aber die letzten vier Jahre in Regensburg studiert. Nachdem ich dort im Sommer 2017 mein Bachelorstudium in den Fächern Geschichte, Polonistik und Romanistik abgeschlossen hatte, stand ich vor der - durchaus nicht einfachen - Entscheidung, wie und wo es nun mit dem Studium weitergehen sollte. Mein Wunsch für den Master war ein geschichtlich ausgerichtetes Studium mit Osteuropa-Bezug. Auch für einen Studienortswechsel war ich offen. Eher durch Zufall bin ich auf die "Interdisziplinären Polenstudien" in Halle aufmerksam geworden.

Mein Interesse an Polen ist familiär bedingt. Mein Vater stammt aus Olsztyn, sodass ich mit der polnischen Sprache aufgewachsen bin. Meine Kenntnisse waren aber jahrelang eher passiver Natur. Erst nachdem ich zu Abiturzeiten zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in Polen war, beschloss ich, dies zu ändern und endlich richtig Polnisch zu lernen. Ich habe nach dem Abitur ein Jahr in Polen verbracht und Polnisch auch als Nebenfach im Bachelor studiert. Die Polenstudien in Halle sind für mich eine ideale Möglichkeit, um bei der Sprache am Ball zu bleiben und zugleich den Bezug zum Land auch inhaltlich zu wahren und auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu erweitern. Ähnlich wie mir geht es vielen Kommilitonen und Kommilitoninnen. Aber es gibt auch solche, die keinen polnischen Familienhintergrund haben. Man kann auch ganz ohne polnische Vorkenntnisse ins Studium starten, weil diese keine Zugangsvoraussetzung sind. Was hier im Studium verbindet, ist das Interesse an Polen, aus welchen Gründen auch immer es entstanden sein mag.

Was ich persönlich an dem Studiengang sehr schätze, ist, dass es sich um einen 2-Fach-Master handelt. Man studiert also neben den Polenstudien noch ein weiteres Fach. Das eröffnet einerseits eine Bandbreite an Kombinations- und Spezialisierungsmöglichkeiten und sorgt andererseits dafür, dass man am Ende keinen rein interdisziplinären Abschluss hat. Mir war es zum Beispiel mit Blick auf meine Berufsziele wichtig, meinen Abschluss in Geschichte machen zu können. Die Kombination mit den Polenstudien stellt jedoch immer den Bezug zum Land her und ermöglicht die Sprachausbildung im Polnischen. Mir bietet das eine ideale Ergänzung zum Geschichtsstudium, da auch die Polenstudien selber einen Schwerpunkt auf historisch und kulturwissenschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen haben. Wer also geisteswissenschaftlich und an Polen interessiert ist, ist hier gut aufgehoben!

Der Bezug zu Polen, und das gefällt mir ebenfalls besonders gut, ist im Studium von Anfang an gegeben. Quasi direkt zu Beginn ging es zum einführenden Blockseminar für eine Woche in die polnische Hauptstadt! Mehr Kontakt zum Land geht eigentlich kaum, wenn man nicht gerade sowieso schon im Ausland studiert. Das Einführungsseminar ist auch eine gute Möglichkeit, um die Mitstudierenden und Dozierenden näher kennen zu lernen. Durch die Arbeit des Aleksander-Brückner-Zentrums geht aber auch in Halle der enge Bezug zu Polen nie verloren. Ich empfinde es als sehr positiv, dass die Studierenden - so sie denn wollen - sich aktiv in die Arbeit des Zentrums einbringen können. Es gibt beispielsweise jedes Jahr eine Weihnachtsfeier, einen Adventskalender oder auch eine polnische Filmreihe, die man mitgestalten kann. Das Schöne daran ist, dass die Beschäftigung mit Polen damit nicht nur auf Vorlesungen und Seminare beschränkt bleibt. Hier findet wirklich ein lebendiger kultureller Austausch statt. Dazu tragen natürlich auch die immer wieder angebotenen Veranstaltungen mit polnischen Gastdozierenden bei.

Last but not least besteht ein Vorzug des Studiengangs in seiner geringen Größe. Gerade weil er eben thematisch speziell und dementsprechend klein ist, geht hier niemand in der Masse der Studierenden unter. Die Atmosphäre ist eher familiär und der persönliche Kontakt zu den Dozierenden ermöglicht eine optimale Betreuung. Auch in Sachen Auslandspraktika und -semester wird man gut beraten und unterstützt.

Ich hoffe, dass ich dir einen kleinen Einblick in das Studium der "Interdisziplinären Polenstudien" vermitteln und vielleicht sogar dein Interesse daran wecken konnte. Wenn du darüber nachdenkst, ob die Polenstudien womöglich auch etwas für dich wären, und du dir Beratung aus studentischer Perspektive wünschst, wende dich gerne per E-Mail an mich:

Laura.Krebs2[at]student.uni-halle[dot]de

Viele Grüße - Pozdrawiam.