© Oliver Wiebe

Hallo und Cześć,

Du bist auf der Suche nach einem geeigneten Masterstudiengang und über die interdisziplinären Polenstudien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gestolpert? Deinen Bachelor hast du in der Tasche oder bist in den letzten Zügen, aber was dann?

Ich, für meinen Teil, habe mich für die interdisziplinären Polenstudien an der MLU Halle entschieden und studiere auch mein Bachelor-Fach Soziologie weiter. Als erstes werde ich was zu meiner Motivation und den Polenstudien erzählen, dann zu dem Zwei-Fach-Mastersystem und zuletzt zur Soziologie.

Wieso interdisziplinäre Polenstudien?

Für mich persönlich war klar, dass ich versuchen wollte, während des Masters eine breite Wahlmöglichkeit der Module zu finden und auch in andere Bereiche des riesigen Angebotes der Universitäten hinein zu schnuppern. Das spezielle Interesse an Polen entstand bei mir durch meine (schlesische) Familiengeschichte und verfestigte sich während meines Erasmus-Aufenthalts in Wrocław (Breslau). Dort erarbeitete ich mir erste Sprachkenntnisse (die für die interdisziplinären Polenstudien jedoch keine Voraussetzung sind) und im Kontakt zu Mitstudierenden oder auch schlicht Straßenbekanntschaften bekam ich erste regionalspezifische, kulturelle und landeskundliche Einblicke. All diese Eindrücke blieben mir in so guter Erinnerung, dass das Angebot der MLU Halle mir sehr entgegen kam. Ein reiner Soziologe wollte ich nicht werden, somit passte die Kombination mit Polen-spezifischen Sprach- und Landeskenntnisse. Auch spätere Berufsvorstellungen scheint der Studiengang zu unterstützen, da er auf Tätigkeiten in Bereichen der internationalen oder bilateralen Organisationen, Wirtschaftsverbände und Unternehmen vorbereitet, sowie interdisziplinäre Betrachtungen europäischer als auch regionalwissenschaftlicher Zusammenhänge bietet.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Zusätzlich zur Vertiefung in die Bachelor-Disziplin absolviert man Polen-spezifische Module, worunter Spracherwerb, aber auch die Einführung in das interdisziplinäre Arbeiten zählt. So dann hat man die freie Wahl zwischen u.a. kulturgeschichtlichen, geschichtlichen oder literaturwissenschaftlichen Seminaren, sowie Exkursionen. Obligatorisch ist das Semester an einer polnischen Universität und das Polen-bezogene Praktikum.

Hier lässt sich auch etwas Kritik anbringen, denn die Musterstudienpläne der "Nicht-Polenstudien-Fächer" sind nicht auf den Auslandsaufenthalt ausgelegt, weswegen man ein bisschen schauen muss, wie man letztlich alles unter einen Hut bekommt (bei mir liegen z.B. Pflichtmodule der Soziologie im 1,2 und 3 Semester).

Zum Zwei-Fach-Master-System der MLU Halle lässt sich sagen, dass man in beiden Disziplinen jeweils 45 ECTS sammelt und dann die Masterarbeit in einem der Fächer schreibt (45+45+30=120). Es ist euch überlassen in welchem Fach ihr die Masterarbeit schreibt. Hierbei sollte man bedenken, dass die Masterarbeit ausschlaggebend ist für die Einordnung des Masters. Im Falle, dass ihr eine Promotion auf den Master folgen lassen wollt, geht das nur in der Disziplin, in der die Masterarbeit geschrieben wurde.

Noch kurz ein Paar Informationen zur Soziologie an der MLU Halle: Der Zwei-Fach-Master besteht aus zwei Dritteln Theorie und einem Drittel Empirie. Es müssen zwei Statistik Module absolviert werden: SM1 - Regression, multiple Regression mit Teststatistiken (Vorlesung und Übung + Klausur), sowie SM3 - der Umgang mit dem Statistikprogramm STATA (Übung mit Hausarbeit). Die zwei Drittel zur Theorie basieren in Halle auf zwei Schwerpunkten (Wirtschaft, Kultur, Innovation vs. Bildung, Lebenslauf, Hochschule). Zu beiden werden Einführungsmodule angeboten die absolviert werden müssen, danach erfolgt die Festlegung auf eine Säule, die dann auch im Abschluss Zeugnis eingetragen wird, sofern man die Masterarbeit in Soziologie schreibt.

Ich hoffe, dass diese Schilderungen für euch hilfreich bei der Entscheidungsfindung sein können oder zumindest erst mal einen Eindruck vom Konzept der interdisziplinären Polenstudien vermitteln konnten. Bezüglich der Stadt Halle empfehle ich jedem, seine eigenen Eindrücke zu sammeln! Ich bin jedenfalls sehr angetan. Für eventuelle Nachfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Viele Grüßen,

Gernot Golka