© Aleksander Brückner Zentrum

Polen ist das Land meiner Wurzeln. Ich bin mit der polnischen Sprache, Kultur und Lebensweise aufgewachsen, welche mich seit meiner Kindheit faszinierten und begleitet. Besonders im Vergleich zur deutschen Kultur, in der ich großgeworden bin, gibt es zahlreiche wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede. Sowohl während des Blockseminars in Poznań als auch während des Einführungsseminars wurden insbesondere diese Punkte besprochen, was zu meiner steigenden Begeisterung für das Studienfach führte. Ich konnte während der Seminare, nicht nur auf Basis der vorgegebenen Texte mitarbeiten, sondern auch über eigenen Erfahrungen berichten.

Neben meiner persönlichen Begeisterung rückte Polen in den vergangenen Jahren innerhalb der Europäischen Union immer mehr in ein besseres Licht, auch das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland war nicht immer so eng und friedlich wie bis Oktober 2015. Nach den Wahlen 2015 wird die Situation im Land und deren Einstellung zur EU kritisch gesehen. Auch diese Problematik haben wir sowohl in den Einführungsseminaren, als auch im Polnischunterricht diskutiert. Vor allem bei der Besprechung auf Polnisch habe ich gemerkt, dass ich (noch) nicht im Stande bin, über politische bzw. fachspezifische Themen zu diskutieren. Dennoch möchte ich unterstreichen, dass ich über die Möglichkeit, einen Sprachkurs "Polnisch als Herkunftssprache" zu belegen sehr froh bin, da beim Erlernen der Sprache bei mir andere Schwerpunkte gelegt werden, als bei meinen nicht aus Polen stammenden KommilitonInnen.

Unser Studiengang ist noch sehr jung und daher läuft noch nicht immer alles vollständig routiniert ab. Das hat Vorteile, hat aber auch schon dazu geführt, dass mir unzählige Gänge zum Prüfungsamt nicht erspart blieben, da viele Fragen bezüglich der (Soziologie-)Seminare und der Prüfungsordnung noch offen waren. Auch kann ich meine Noten nicht online einsehen, was einiges an Zeit frisst, um beim Prüfungsamt die Informationen zu bekommen. Schade finde ich, dass im 2. Semester kein spezifisches Modul mehr für die Interdisziplinären Polenstudien angeboten wird. In Jena habe ich auch manchmal das Gefühl, dass ich vor allem Soziologie mit dem Schwerpunkt Polenstudien und nicht umgekehrt. Das kann sicherlich noch verbessert werden.

Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr froh, dass der Studiengang Interdisziplinäre Polenstudien angeboten wird und hoffe für die Zukunft, dass dieser Studiengang bei immer mehr Studierenden das Interesse weckt, so wie es bei mir der Fall war.