Youtube-Kanal

Ausgewählte Vorträge aus unserem Programm haben wir aufgezeichnet: Sie stehen auf unserem Youtube-Kanal für Sie bereit.


Klaus Zernack Colloquium 2021, donnerstags 18.00

Drinnen oder Draußen? Historische Debatten um politische und gesellschaftliche Teilhabe in Mittel- und Osteuropa  

Das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (ZFH) – in Kooperation mit dem Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien in Halle und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam – lädt zum Klaus-Zernack-Colloquium 2021 ein.
Das Klaus-Zernack-Colloquium ist eine seit über 10 Jahren am ZFH in Berlin Pankow etablierte Vortrags- und Diskussionsreihe, die sich mit Problemen und Themen der (nicht nur) historischen Forschung von Beziehungs- und Verflechtungsgeschichte im deutsch-polnischen, aber auch mittel- und osteuropäischen Kontext befasst.
Im Mittelpunkt des neuen Colloquiums stehen historische Auseinandersetzungen um Teilhabe am politischen und sozialen Leben in Mittel- und Osteuropa. Die sich im Laufe der Zeit verändernden rechtlichen und kulturellen Kontexte von Ausgrenzungsmechanismen, Inklusionspolitiken und Kämpfen um Anerkennung wollen wir anhand von religiöser und ethnischer Zugehörigkeit, politischem und materiellem Status sowie Geschlecht diskutieren. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen lagen politischer und sozialer Exklusion bzw. Inklusion zugrunde? Welche Gruppen oder Personen wurden aufgrund bestimmter Eigenschaften oder Wahrnehmungen nicht berücksichtigt oder explizit von der Teilhabe ausgeschlossen? Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln ließen sich solche exkludierenden System aufbrechen? Welche Arten von Partizipation waren in imperialen Herrschaftsordnungen möglich, und welche wurden erst in demokratischen Ordnungen entwickelt? Welche neuen Formen von Inklusion und Exklusion sind seitdem entstanden?
Unsere Gäste betrachten die sich verändernden rechtlichen Grundlagen für Inklusion und Exklusion sowie Diskurse um Zugehörigkeit zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen oder auch Selbstausgrenzung von denselben. Ebenso beleuchten sie die – unter Umständen abweichende – gesellschaftliche Praxis und Bewegungen der Selbstermächtigung.

Sommersemester 2021:

18. Februar 2021, 18:00 Uhr Exklusion und Inklusion im Europa des 19. u. 20. Jahrhunderts aus rechtshistorischer Perspektive
Dieter Gosewinkel, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung:
Staatsangehörigkeit in Deutschland: Einbürgern und Ausschließen
Marion Röwekamp, Wilhelm und Alexander von Humboldt-Lehrstuhl, Mexico City:
Frauen ohne Vaterland. Die Staatsangehörigkeit verheirateter Frauen    

15. April 2021, 18:00 Uhr
Die Bedeutung religiöser und ethnischer Zugehörigkeiten in der frühen Neuzeit
Jürgen Heyde, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa – GWZO Leipzig: Ethnische Gruppenbildung in der Vormoderne
Stephan Theilig
, Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan Studien – ICATAT Magdeburg: Türken, Mohren und Tataren – Bilder des Anderen. Muslimische Lebenswelten in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert

20. Mai 2021, 18:00 Uhr
Partizipations- und Exklusionspotentiale imperialer Ordnungen: Bildungswege im 19. Jahrhundert   Yvonne Kleinmann, Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Halle: Partizipation woran, Ausschluss wovon? Jüdische Lernoptionen im Russländischen Reich
Martin Rohde, Institut für Geschichte, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Inklusion, Partizipation, Kompensation. Bildungsoptionen von Ukrainern und Ukrainerinnen in der Habsburgermonarchie

Kontakt:

Verantwortliche für die Reihe am CBH:
Iwona Dadej -  iwona.dadej@cbh.pan.pl

Verantwortliche der Kooperationspartner:
Yvonne Kleinmann  - yvonne.kleinmann@geschichte.uni-halle.de
Ariane Afsari -  afsari@kulturforum.info

Eine Kooperation von:


Polen und seine Sprache(n)

Online-Vortragsreihe aus Jena ab dem Sommersemester 2021

Polen gilt als ethnisch und sprachlich homogener Staat. Dieser Umstand ist auf die desaströse Geschichte des 20. Jahrhunderts zurückzuführen. In seiner Geschichte war Polen jedoch von Multiethnizität, religiösem Pluralismus und sprachlicher Vielfalt geprägt. Spuren des sprachlichen Reichtums Polens haben sich bis heute erhalten können. Darüber hinaus tragen Polens Mitgliedschaft in der Europäischen Union sowie aktuelle geopolitische Entwicklungen zu einer erneuten Bereicherung des sprachlichen Profils Polens bei.

In der im Sommersemester 2021 beginnenden Online-Vortragsreihe Polen und seine Sprache(n) werfen wir gemeinsam mit geladenen Expert*innen einen Blick auf die Sprachenlandschaft Polens in Gegenwart und Geschichte und diskutieren u. a. Fragen wie: Welche Wechselbeziehungen bestehen zwischen dem Polnischen und seinen kleineren und größeren sprachlichen Nachbarn? Macht sich der heutige intensive Kontakt kleiner sprachlicher Varietäten Polens mit der polnischen Mehrheitssprache in Wortschatz oder Grammatik bemerkbar? Wie sind die soziopolitischen Rahmenbedingungen für anders- und mehrsprachige Gruppen und lösen oder befördern sie Sprachkonflikte? Wie vital sind nicht-(standard-)polnische Varietäten und wie wird ihre Transmission an nachkommende Generationen gewährleistet?

Die Vorträge im Sommersemester 2021:  

20.5. Dr. Diana Matut (Halle): Das postvernakulare Zeitalter?! Jiddisch im Polen der Gegenwart

10.6. Prof. Dr. Hanna Makurat-Snuzik (Gdańsk): Kashubian as a Regional Language Dominated by Polish

15.7. (voraussichtlich): Prof. Dr. Rafał Górski (Kraków): Der Dialekt von Spisz

Veranstaltet vom Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien Jena in Kooperation mit dem Institut für Slawistik und Kaukasusstudien der Friedrich-Schiller-Universität Jena


Vortragsreihe "Belarus: Protest im Kontext"

Seit den Präsidentschaftswahlen im August 2020 steht Belarus im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit. Die hartnäckig gegen die gefälschten Wahlergebnisse protestierende DemonstrantInnen werden mit staatlichen Repressionen, Verhaftungen und alltäglicher Gewalt konfrontiert. Die westeuropäische Öffentlichkeit berichtet regelmäßig über die aktuelle Lage, und Stimmen aus Belarus finden, v.a. in digitalen Medien Gehör. Für viele BeobachterInnen ist aber Belarus Neuland

Mit dem Ziel, den Blick für Belarus in seiner gegenwärtigen wie historischen Vielschichtigkeit zu öffnen, entstand am Alekander-Brückner-Zentrum Idee für die Reihe "Belarus: Protest im Kontext". In ganz unterschiedlichen Vorträgen haben vier ReferentInnen Aspekte der Gegenwart und der Vergangenheit von Belarus beleuchten: Wie verlief die belarusische Transformation seit Beginn der 1990er, und wie wirkt sie bis heute nach? Welche Rolle spielt die Literatur bei den gesellschaftlichen Protesten in den 2000er Jahren? Wie stark prägt die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg die kulturpolitische Landschaft? Von welchen soziokulturellen Entwicklungen erzählt die belarusische Straßenmusik?

Die Reihe umfasste die folgenden Vorträge:

  • 3. Dezember 2020: Olga Dryndova (Bremen): Belarus - 2020: Abschied von der Sowjetunion?
  • 17. Dezember 2020: Yaraslava Ananka (Berlin): Topographie des Ungehorsams: Poetik und Pragmatik des belarussischen Protests
  • 14. Januar 2021: Aliaksandr Dalhouski (Minsk): Der Zweite Weltkrieg in Belarus und die aktuellen Deutungen der Gewalt
  • 28. Januar 2021: Klaus Näumann (Halle): Belarussische Straßenmusik und was sie über die Gesellschaft sagt

Vortragsreihe "Rechtsruck in Europa? Die polnischen Perspektiven"

Beschneidung der Judikative, revisionistische Geschichtspolitik, Demontage der Demokratie - oder doch eher Vollendung der Transformation, Behauptung nationaler Souveränität und Aufbau eines Sozialstaats? Die Meinungen zur Politik der PiS (Prawo i sprawiedliwość – Recht und Gerechtigkeit) seit der Regierungsübernahme 2015 gehen in Polen wie im Ausland weit auseinander – ähnlich auch wie das Erstarken rechter Parteien in anderen Ländern die Öffentlichkeit spaltet.

In der Veranstaltungsreihe „Rechtsruck in Europa? Die polnischen Perspektiven“ mit angegliedertem Seminar möchte das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien unterschiedlichen Sichtweisen auf die politische Entwicklung in Europa und Polen Raum geben. Gastdozentinnen und Gastdozenten aus Wissenschaft, Politik und Journalismus beleuchten auf vielschichtige, teils kontroverse Weise Hintergründe, Ursachen und Folgen des „neuen Autoritarismus“ (Maciej Gdula) bzw. der „Wende zum Guten” (Dobra zmiana).

Zu Gast sind Prof. Vello Pettai, Politikwissenschaftler (Universität Tartu), Michał Sutowski, Publizist (Krytyka Polityczna), Prof. Przemysław Czaplinski, Literaturwissenschaftler (Adam-Mickiewicz-Universität Poznań/Posen) sowie die Politikwissenschaftlerin Dr. Aleksandra Maatsch (Max-Weber-Kolleg Wrocław/Breslau). In Vorträgen, Seminaren und Diskussionsrunden fragen sie nach den Gründen für die anhaltend hohe Zustimmung zur Regierungspartei PiS, stellen Vergleiche mit Entwicklungen in anderen Ländern an und fassen zusammen, welche Narrative den polnischen Diskurs in den letzten Monaten geprägt haben. Zudem gehen sie auf die Rolle der Medien und der Geschichtspolitik in der polnischen Öffentlichkeit ein und loten die Auswirkungen der diesjährigen Parlamentswahlen Mitte Oktober aus.

Das dem Vortrag vorausgehende Kolloquium wird von Johann Wiede, Koordinator des Aleksander-Brückner-Zentrums in Jena durchgeführt. Diskutiert wird ein einführender, von den Vortragenden vorab bereitgestellter Text, der den öffentlichen Vortrag und das darauf aufbauende eineinhalbstündige Seminar der Gastdozent/innen komplementiert und zusammen als interdisziplinäre Blockveranstaltung für Studierende angeboten wird. 

Vortragstermine:

14.11.2019: Prof. Vello Pettai: „Democracies in Central-Eastern Europe: A Comparison” (Protokoll hier)

13.12.2019: Michał Sutowski: „Streit um die Zukunft Polens nach den Wahlen“(Protokoll hier)

19.12.2019: Prof. Przemysław Czapliński: "Literature, democracy and violence. How Polish prose fiction invents society"

23.1.2020: Dr. Aleksandra Maatsch: „Repräsentative Demokratie in Gefahr? Der Einfluss populistischer Akteure auf die Kompetenzen der nationalen Parlamente“